Kommunikation zwischen Mensch und Maschine - Eliza & CSLU Toolkit
Eliza von Joseph Weizenbaum - 1964 - MIT
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Am 8. Januar 1923 in Berlin geboren, emigrierte er nach der Machtergreifung der Nazis 1936 mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten, wo er ab 1941 Mathematik studierte. Das Studium an der Wayne-University in Detroit/Michigan - unterbrochen während des Krieges durch Dienst in der meteorologischen Abteilung der Luftwaffe - endete mit den Abschlüssen BS (1948) und MS (1950), danach wurde er Mitarbeiter bei einem Computer-Projekt. Von 1955 bis 1963 arbeitete Joseph Weizenbaum als Systems Engineer im Computer Development Laboratory der General Electric Corp. und war dort u.a. an der Konzeption des ersten Computer-Banksystems beteiligt. >> |
Woher der Name Eliza? George Bernard Shaw benutzt die Grundidee des Pygmalions aus der Mythologie in seinem gleichnamigen Theaterstück, das die Geschichte eines selbsverliebten Linguisten und einer Blumenverkäuferin namens Eliza Doolittle erzählt. Aus einer Wette folgend, werden Eliza die Benimmregeln der feinen Gesellschaft und vor allem das richtige Sprechen beigebracht. Das Mädchen aus der Gosse wird somit erfolgreich als Herzogin ausgegeben. >> Wie funktioniert Eliza? Die Texteingabe erfolgte ursprünglich über einer Schreibmaschine. Elizas Antworten wurden dann wiederum von der Schreibmaschine auf Papier gedruckt. Im wesentlichen besteht Eliza aus einem Sprachanalysator und aus einem austauschbaren Script. Die Sprachanalyse orientiert sich nach Schlüsselwörtern, die in dem Script festgelegt sind. Wurde ein "keyword" erkannt, wird der eingegebene Satz nach einem bestimmten Regel zerlegt und nach einem anderen Regel neu zusammengesetzt, so daß Teile des eingetippten Satzes vermischt mit festgelegten Phrasen wiedergegeben werden. |
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Auszug aus dem Script (einer java Implementierung) key: you
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Eingabe des Users:
It seems that you hate me. Zerlegung: |
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Zusammensetzungl: What makes you think I ( 2) you?
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ELIZA-Effekt "Eliza schuf in den Köpfen vieler Leute, die mit ihr ein Gespräch führten, die höchst bemerkenswerte Illusion, sie sei mit Verständnis begabt. Personen, die genau wußten, daß sie es mit einer Maschine zu tun hatten, vergaßen diese Tatsache schnell, genau wie Theaterbesucher ihre Zweifel bald beiseite schieben und vergessen, daß die Handlung, der sie beiwohnen, nicht wirklich ist. Diese Illusion war besonders stark und wurde am hartnäckigsten von solchen Leuten aufrecht erhalten, die über Computer wenig oder nichts wußten. Es kam oft vor, daß sie um die Erlaubnis baten, sich mit dem System unbeobachtet unterhalten zu dürfen, und trotz meiner Erklärungen bestanden sie nach der Unterhaltung darauf, die Maschine habe sie wirklich verstanden." (Wezenbaum, Joseph: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft, Frankfurt am Main 1978) "Es hat viele Diskussionen über 'Computer und menschliches Denken' gegeben. Der Schluß, der sich mir aufdrängt, ist hier, daß die relevanten Probleme weder technischer noch mathematischer, sondern ethischer Natur sind. Sie können nicht dadurch gelöst werden, daß man Fragen stellt, die mit 'können' beginnen. Die Grenzen in der Anwendung von Computern lassen sich letztlich nur als Sätze angeben, in denen das Wort 'sollten' vorkommt. Die wichtigste Grundeinsicht, die uns daraus erwächst, ist die, daß wir zur Zeit keine Möglichkeit kennen, Computer auch klug zu machen, und daß wir deshalb im Augenblick Computern keine Aufgaben übertragen sollten, deren Lösung Klugheit erfordert." (Weizenbaum 1978, S.300) "Ich bin kein Computerkritiker," betont er, "Computer können mit Kritik nichts anfangen. Ich bin Gesellschaftskritiker." |
Die Regel "pre" , "post" und "synon" Für die "pre" Regel wurden die meisten "keywords" mit Synonymen verknüpft. Damit kann das eingeschränkte Regelwerk von Eliza einen größeren Wortschatz bearbeiten. So wird aus "may be" z.B. "perhaps" Die "post" Regel ermöglicht, daß Eliza mit den richtigen Personalpronomen antwortet. Aus "me" wird "you" aus "my" wird "your" Eine weitere Regel
ist für die Erkennung und Ausgabe von Synonymen zuständig. Besipiel: decomp: * i am* @sad
* Elizas Antwort lautet: "I am sorry to hear that you are unhappy." |
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Die Regel "Memory" Die Zerlegungsregel am "keyword" "my" wurde mit einer Speicherfunktion versehen. Jede Eingabe des Users mit dem Wort "my" wird gespeichert und dann wieder eingesetzt wenn sonst keine Schlüsselwörter erkennt werden. Wenn weder etwas im Speicher ist noch ein Schlüsselwort erkannt wird, antwortet Eliza mit einer Trivialantwort aus dem Script, so wie "Please go on." |
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Downloads: Eine Java Version von Eliza die von mir modifiziert wurde. Weil zwei Dinge hinzu kamen, heißt es Eliza++. (wiedergabe von vordefinierten Bildernamen und Textausgabe per Sprachsynthese) Ich habe dies bei meinen Projekten Loop und Talkbox verwendet. Eliza++, ibmjs, IBM-ViaVoice US und De, JAVA, Scite (Editor für Java) |
| Péter Frucht | 18.01.2004 - Köln |
Begleitmaterial
für einen Vortrag an der KHM
am 20.01.2004
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